Urlaub ist mein Geschäft
Hoteltester - scheinbar für viele ein Traumberuf. Unterwegs sein, wo andere Menschen Urlaub machen, in schönen Hotels übernachten, die Welt entdecken, die Sonne und das Meer genießen. Ich muss euch sagen: „Das stimmt nur bedingt“. Muss ich dreckige Hotels „unter die Lupe“ nehmen und mich mit Diskussionen bis hin zu erbosten Mails von Hotelmanagern herumschlagen, ist das alles andere als schön.
Neulich stand bei mir Gran Canaria auf dem Prüfstand - eine nahezu kreisrunde Vulkaninsel mit ca. 830.000 Einwohnern. Es ist die drittgrößte Insel auf den Kanaren und rund 200 km westlich von der Küste Marokkos zu finden. Nach ca. 4,5 Stunden Flug lag die wunderschöne Ferieninsel nun vor mir. Das war mein erstes Mal auf den Kanaren und ich war ziemlich gespannt, was mich da erwartet.
Mit UV-Lampen, Handschuhen und Milbentest gewappnet ging’s zum Hotel. Der Empfang fiel leider nüchtern aus aber was soll’s ich dachte mir nur, jeder erwischt doch mal einen schlechten Tag. Also nicht gleich die Hoffnung verlieren und ab ging’s schon zu meinem Zimmer. Doch beim öffnen der Zimmertür - die Enttäuschung. Die Tür quietschte, der Lack war ab und die Türklinke war kurz davor von selbst abzufallen... diesen Anblick kann ich kaum in Worte fassen. Das gilt leider auch für das, was mich hinter der Tür erwartete: Klebrige Küchenschränke, dreckige Klodeckel, Kakerlaken, schmutziger Boden… Als zum Schluss noch der Milbentest ausschlug, hat es mir gereicht. Ich dachte mir nur, ob ich vielleicht diejenige bin, die hier getestet wird. Es kam mir so vor, als würde man die Tierchen dort förmlich züchten.
Kaum zu fassen, dass diese Absteige den Hotelgästen noch angeboten wird. Nun ja, nach diesem Schock habe ich das Zimmer genauso so schnell wieder verlassen, wie ich es betreten habe - aber nicht ohne der „freundlichen“ Empfangsdame noch mitzuteilen, warum ich eigentlich so schnell wieder auschecken will. Meine Beschwerde hat sie leider genauso wenig beeindruckt, wie mein Check-out - Egal, ich wollte nur noch weg - Soviel zu Traumjob, Urlaub und Entspannung. Ich hoffe, dass meine nächste Destination weniger einem Horrorzimmer ähnelt... Aber ihr werdet es ja erfahren
